PFLEGEKONZEPTION



ZIELE DES PFLEGEDIENSTES

Die Zielsetzung unseres Pflegedienstes basiert auf folgenden Grundsätzen:

  • Der Glaube an den Wert und die Würde alter und kranker Menschen in unserer Gesellschaft.
  • Die Überzeugung, dass jeder Mensch ein Recht darauf hat, als Mitglied unserer
    menschlichen Gemeinschaft behandelt zu werden.

Krankheit und Altern ist ein normaler und alltäglicher Vorgang im Leben eines jeden Individuums. Beide sind Bestandteile des menschlichen Lebens, wie Jugend, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Die Aufgabe des Pflegedienstes liegt in der individuellen Versorgung, Betreuung und Beratung von kranken und alten Menschen in der ihnen bekannten und gewohnten Umgebung. Wie Jugend, Gesundheit und Leistungsfähigkeit kann Krankheit und Altern in der häuslichen Umgebung gelebt werden.


PFLEGEKONZEPT

Pflegerisches Handeln muss die Struktur der Gesellschaft und das Einfügen des Menschen darin, die Stellung der Ausbildung der Pflegefachberufe und das vorliegende Verständnis von Gesundheit einbeziehen. Ein Patient (Klient/Kunde) ist nicht ein Mensch, der entweder diese oder jene Unterstützung benötigt, sondern das jeweilige Handeln ergibt sich aus dem Kontext von Mensch und Gesellschaft, Gesundheit, Umwelt und Pflege. Pflegerisches Handeln muss diese Bedingungen berücksichtigen und seine Inhalte und Abläufe entsprechend ausgestalten.

Ziel der Pflege soll sein , unter Einschluss des Beitrages anderer Berufsgruppen, die möglichst weitgehende Selbständigkeit im Leben zu fördern, zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Pflegebedürftigkeit sei ein Prozess, der regelmäßig durch aktivierende Pflege beeinflussbar sei.

Die besondere Betonung aktivierender, reaktivierender und rehabilitierender Aspekte erfordert ein Pflegeverständnis, das zentral auf Selbstpflegeerfordernisse und Selbstpflegefähigkeiten des Patienten abzielt. Die Umsetzung dieses Pflegeverständnisses wird u. E. durch das Praxiskonzept der Dorothea E. Orem erreichbar. Methoden des Helfens sind hier, etwas für den anderen tun, den anderen führen und leiten, den anderen physisch und psychisch unterstützen, für eine Umgebung sorgen, die eine Entwicklung unterstützt, unterrichten.

Das Pflegeziel, ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Punkten anzustreben, indem ein Selbstpflegedefizit beseitigt oder verhindert wird, schließt die Anwesenheit einiger Pflegemodelle aus. Dem Patienten Wege aufzuzeigen, um seine Selbständigkeit zu erreichen, erfordert insbesondere ein pflegerischesNachdenken über die Gestaltung des Weges zu dem jeweiligen Ziel, und wenige über die Art der Ausführung pflegerischer Handlungen.

    Beispiel: Erhöhter Selbstpflegebedarf, da der Patient aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr in der Lage ist, sich alleine auf die Toilette zu setzen.

    Ziel: Patient setzt sich regelmäßig nicht mehr neben die Toilette. Hier wird die Art der Ausführung der unterstützenden Maßnahmen, die kraftvolle Hilfestellung dabei, nebensächlich. Es gilt, Hilfsmittel zu beschaffen (Haltegriffe, Toilettenaufsatz etc.) und dem Patienten die einzelnen Bewegungabfolgen zu verdeutlichen. Körperlich stützende Maßnahmen werden ausschließlich benutzt, um den Sturz des Patienten zu vermeiden.


Das einfache Beispiel verdeutlicht, daß dieses Vorgehen einer unterstützenden Maßnahme mehr Zeit in Anspruch nimmt, als das Anfassen und Lenken bei der Hilfestellung, damit der Patient sich richtig niedersetzt.

Im vorliegenden Betrieb wird ein Pflegeverständnis nach Orem zugrundegelegt, da Pflegebedürftigkeit tatsächlich in den meisten Fällen beeinflussbar ist.

Dorothea E. Orem schreibt in „Krankenpflege: Konzept der Praxis“:

  • Jeder Mensch hat Selbstpflegeerfordernisse (acht) und Selbstpflegefähigkeiten.
    Wenn diese im Gleichgewicht sind, liegt ein gesunder Zustand vor.
  • Krankenpflege gliedert sich in das vollständig kompensatorische,
    teilweise kompensatorische und das unterstützend-erziehende System.
  • Aufgabe der Pflegekraft ist, die Selbstpflege zu erhalten.

Allerdings setzt dieses pflegerische Konzept eine bestimmte Motivation des Patienten voraus. Je nach Persönlichkeit wird ein Patient sich, im Sinne der Eigenverantwortlichkeit für seine Gesundheit, die Wiedererlangung der eigenen Selbständigkeit und seiner Selbstpflegefähigkeiten einbringen oder nicht. Ist ein Patient nicht bereit oder nicht in der Lage diese Verantwortung für die Aktivierung seiner Selbstpflegefähigkeiten zu übernehmen, werden die Grenzen des Konzeptes der aktivierenden Pflege deutlich. Unter Berücksichtigung der Individualität und der Bedürfnisse kann es notwendig sein, die Handlungen für den Pflegebedürftigen durchzuführen. Hier wird noch einmal die Notwendigkeit einer individuellen Beratung, Betreuung und Versorgung deutlich, die unser Pflegedienst als Aufgabe sieht.